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Kairo für Kenner

Moschee in Kairo, Ägypten

Moschee in Kairo, Ägypten (Foto: © lycander – Fotolia.com)

Kairo ist ein Reiseziel, das jedes Jahr von Millionen von Touristen angesteuert wird und das auch trotz aller Turbulenzen, die in den letzten Monaten die Stadt am Nil bewegt haben. Der Tourismus ist eine der Haupteinnahmequellen Ägyptens und so achtet auch die neue Regierung sorgsam darauf, dass sich die Besucher ihres Landes wohl und sicher fühlen.

In Kairo liegen Luxus und Armut dicht beieinander und wer mit offenen Augen durch die Straßen geht, der wird die Frauen entdecken, die am Straßenrand sitzen und Papiertaschentücher verkaufen. Die ägyptische Regierung verteilt die Taschentücher kostenlos an die bedürftigen Frauen, um ihnen durch deren Verkauf einen kleinen Verdienst zu ermöglichen, ohne zum Betteln gezwungen zu sein und um ihre Würde zu wahren.

Als Pauschaltourist wird man vielleicht mit der normalen ägyptischen Bevölkerung kaum in Kontakt kommen, doch vielleicht bietet sich während eines Aufenthaltes in Kairo eine Gelegenheit, die Millionenmetropole am Nil für ein paar Stunden auf eigene Faust zu entdecken und sich aus dem Luxushotel fortzustehlen. Ein Taxi bekommt man an jeder Ecke, wobei natürlich der Preis mit dem Fahrer auszuhandeln ist. Für viele Fahrer ist das Taxifahren ein Nebenjob, es gibt eine Menge Lehrer und Akademiker, die Taxi fahren, um ihre Familien zu ernähren.

Eine schöne Möglichkeit, Kairo hautnah zu erleben, ist ein abendlicher Rundgang auf dem Khan el Khalili Basar. Hier wird alles feilgeboten, von wertvollem Goldschmuck bis hin zu frischen Datteln aus ägyptischer Produktion. Ein Mitbringsel, das in jedem Fall sein Geld wert ist, ist ein Schal oder ein Bekleidungsstück aus ägyptischer Baumwolle, die nach wie vor als die beste der Welt gilt, noch vor der Baumwolle aus der Türkei oder den USA. Mit ein wenig Verhandlungsgeschick ergattert man so ein schönes und nützliches Geschenk für die Daheimgebliebenen, das den Beschenkten mit Sicherheit lange Zeit Freude bereiten wird.

Hat man dann genug gestöbert und gefeilscht, bietet sich eine kleine Rast im berühmten Café El Fishawy an, das jeder Ladenbesitzer besser als seine Westentasche kennt. Dieses Café war eines der Stammcafés des verstorbenen ägyptischen Literaturnobelpreisträgers Nagib Mahfus. Hier verfasste er unter anderem seine Kairo-Trilogie. Das El Fishawy ist eine Institution in Kairo und hat seit 1773 ununterbrochen geöffnet und das rund um die Uhr. Auch das Mobiliar stammt noch aus den alten Zeiten.

Sollte man nach dem Genuss einer Hooka, oder auch Shisha genannt, der Meinung sein, immer noch nicht genug eingekauft zu haben, dann empfiehlt es sich, das City Stars in Kairo aufzusuchen. Es wird behauptet, diese supermoderne Shopping Mall mit angeschlossenem Luxushotel sei das größte Einkaufszentrum im Nahen Osten. Wer sich einmal in diesen Komplex hineinbegeben hat, wird sicherlich sehr schnell davon überzeugt sein, dass diese Aussage richtig ist. Es ist ein Muss, sich trotz allseits vorhandener Lagepläne zu verlaufen. Doch überall stehen freundliche Ägypter in City-Stars-Uniform und weisen dem verwirrten Besucher sehr präzise den Weg. Am besten ist es, sich mit seinem Taxifahrer an einem der Ausgänge, die alle Nummern haben, zu einer bestimmten Zeit zu verabreden, um wieder ins Hotel zu kommen. Klappt garantiert, man kann sicher sein, dass der Fahrer auch am verabredeten Treffpunkt zur richtigen Zeit wartet. So hat man an einem Tag Kairo von zwei Seiten kennengelernt, wie sie unterschiedlicher nicht sein können.