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Auswandern Portugal

Auswandern Portugal. Lissabon, Portugal

St Stephen Church, Alfama, Lisbon, Portugal (© Mihai-Bogdan Lazar – Fotolia.com)

Auswandern ins Urlaubsland am Beispiel Portugal
Auswandern nach Portugal: Bald ist es wieder soweit, dann werden die Koffer gepackt, um für ein oder zwei Wochen den Nichtigkeiten des Alltags zu entfliehen. Wer Sonne, Strand und Meer sucht, denkt vielleicht an die Algarve, wo man das Gesuchte auch finden wird – aber wenig vom Charakter Portugals. Daher lassen Sie mich nun einen kleinen Abstecher machen und Sie mitnehmen von der touristischen Algarve über das ländliche Alentejo bis hin zur Metropole Lissabon und seinen Stränden im Westen.

Auswandern Portugal – wenn der Urlaubsort zur Heimat wird

Von der Algarve nach Lissabon

Verlassen wir also den Liegestuhl und begeben uns zunächst nördlich in die Serra de Monchique, wo der Lärm der Touristencenter dem Zirpen der Grillen in grünen Obstgärten und Korkeichenhainen weicht, dazwischen Erdbeerbäume, aus denen der Medronho-Schnaps gewonnen wird.

Langsam wird das Land um uns trockener, und wir wundern uns vielleicht über die leuchtend roten, nummerierten Stämme in den Korkeichenwäldern. Ihnen wurde soeben die Rinde entfernt, und nun müssen sie neun Jahre ruhen, bis wieder die Bauern ihrer harten Ernte nachgehen können. Weiter geht es vorbei an ausgedehnten Weizenfeldern und Olivenplantagen, Rinder grasen im spärlichen Schatten und weit und breit ist kein Haus mehr zu sehen.

Die Schilder nach Beja und in das Weltkulturerbe Évora locken, aber wir wollen unsern Weg fortsetzen Richtung Lissabon. Stück für Stück versinkt die Landschaft in ihrer majestätischen Leere im Rückspiegel und Orte sowie zahllose kleine Restaurants rücken näher an die Straße. Spätestens bei Palmela hat uns das einundzwanzigste Jahrhundert eingeholt und wir nähern uns der unvergesslichen Fahrt über die Ponte 25 do Abril, die sich hoch über die breite Mündung des Tejo spannt und von der aus wir einen phantastischen Blick über Lissabon zur einen und den Atlantik zur andern Seite geniessen – wenn es der heftige Verkehr erlaubt. Weiter geht es über die Autobahn vorbei an einer endlosen Betonwüste, bis endlich unser Ziel vor uns auftaucht. Die Zinnen des Palácio Nacional da Pena hoch auf der Serra de Sintra.

Hier ließen sich schon die maurischen Eroberer nieder und bauten eine Festung, von der sie weit ins Land blicken konnten. Sie wurden vertrieben, die Portugiesen eroberten das Land zurück und setzten eigene Paläste an die grünen Hänge des Berges. So wuchs der Ort Sintra im Lauf der Jahrhunderte zu einem unvergleichlichen Ensemble, das 1995 zu Weltkulturerbe ernannt wurde, und dessen mancherorts bröckelnde Patina ihm den typisch portugiesischen Charme verleiht. Von der Stadt schweift der Blick zum nahen Atlantik mit seinen zahlreichen Stränden.

Auswandern Portugal: Urlaub ohne Rückfahrkarte

Gefangen von der Schönheit des Landes möchten wir am liebsten für immer dort bleiben und träumen von einem Leben am Pool unter Palmen und mit Meeresblick. Wunderbar! Die freundlichen, aber ruhigen Portugiesen empfangen die Fremdlinge mit unaufdringlicher Herzlichkeit und manchmal wohl auch in der Hoffnung auf einen kleinen Nebenjob als Gaertner, Handwerker oder Hausangestellte. Denn viele sind auf jedes noch so kleine Zubrot angewiesen. Wie ich es erlebte vor nunmehr elf Jahren, bis ich selbst in die Situation kam, mir dort meinen Lebensunterhalt verdienen zu müssen und das Land aus einer anderen Perspektive kennenlernte.

Urlaub und Leben in einem Land sind völlig getrennte Welten – es sei denn, man verfügt über den nötigen sicheren Lebensunterhalt. Das galt damals, und das gilt erstrecht jetzt in den Zeiten der Krise, wo viele Portugiesen nicht mehr wissen, wovon sie nächste Woche leben sollen.
Verderben wir nicht unsere Illusion von einem Leben in der Sonne mit der unerbittlichen Realität. Genießen wir die schönen Seiten des Landes für ein, zwei Wochen im Jahr, und wer weiß – vielleicht beschenkt uns ja eines Tages die gute Fee, dann packen wir die Koffer für einen Traum ohne Rückfahrkarte.

Infos zum Auswandern gibt auch das Bundesverwaltungsamt.

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