Insel Rügen – Inselglück auf Deutschlands beliebtester Ferieninsel

Insel Rügen - ©iStockphoto.com/pumucl

Insel Rügen – ©iStockphoto.com/pumucl

Sie reihen sich aneinander wie kleine, glatte Perlen an der Schnur, die architektonischen Kleinode der Insel Rügen. Von Putbus im Inselsüden über Kap Arkona im äußersten Norden bis hin zum romantischen Binz im Inselosten, die „Perlen“ Rügens sind sehr facettenreich. Doch nicht nur die außergewöhnliche Inselarchitektur übt auf Besucher eine große Anziehungskraft aus, sondern auch die einzigartige Naturlandschaft. Da fallen tiefe Wälder urplötzlich ins Meer ab, blau glitzernde Wasserarme recken sich um kilometerlange Strände und sagenumwobene Steinfelder regen die Fantasie an. Wen überrascht es da, dass Rügen im Jahr 2012 auf Platz 11 der beliebtesten deutschen Sehenswürdigkeiten unter ausländischen Touristen landet? Doch auch Deutsche lieben ihre größte Insel und verbringen hier nicht nur im Sommer gerne ihren Urlaub.

Eilan Ruigen – Plattdeutsche Genusswelten zu jeder Jahreszeit

Allein die kilometerlangen Sandstrände von Göhren über Sellin, Binz und Sassnitz und weiter über die Schaabe nach Juliusruh laden auf Rügen zum ausgedehnten Strandurlaub mit der ganzen Familie ein. Mit durchschnittlich 9 Sonnenstunden sowie mit sommerlichen Höchsttemperaturen von angenehmen 24 °C bilden Juni und Juli die beliebtesten Ferienmonate auf Rügen. Dann lockt nicht nur das süße Strandleben, sondern vielleicht auch ein Abstecher zu den Feuersteinfeldern von Mukran, ein Klippenspaziergang von den Wissower Klinken zum Königsstuhl oder ein Segeltörn auf dem Jasmunder Bodden. Aber auch im Winter zieht die größte deutsche Insel ihre Besucher mit viel Romantik und kreativen Urlaubsideen in den Bann. Wie wäre es zum Beispiel mit einer Wanderung durch den „Inselurwald“ im Nationalpark Jasmund? Einer lauschigen Glühweinfahrt in der Inseldampfbahn „Rasender Roland“? Oder einer Runde Eislaufen in Sellin? Zwischendurch laden Wellnessoasen, wie das Inselparadies in Sellin, die Jasmund Therme in Sagard oder das IFA Erlebnisbad in Binz, zum wohlig-warmen Badegenuss ein.

Insula Rugia – Historische „Perlensuche“ am Ostseestrand

Lang reicht die Siedlungsgeschichte der Insel Rügen zurück, davon zeugen zumindest die steinzeitlichen Steingräber von Lohme. Wo der Germanenstamm der „Rugier“ zuhause war, zeigten im 7. Jahrhundert auch die slawischen Rujanen großes Siedlungsinteresse. Auf ihren Spuren wandeln Interessierte am Kap Arkona, wo bis ins 13. Jahrhundert die wehrhafte Jaromarsburg das insulare Reich der Ranen schützte. In direkter Nachbarschaft dazu legen zudem die beiden Leuchttürme und der Peilturm Zeugnis über die Rügener Marinegeschichte ab. Zwischen 1827 und 1927 errichtet, dienten sie sowohl als leuchtende Wegweiser der Ostseeschifffahrt als auch als wichtiger Funkwellen-Navigationspunkt. Heute genießen Besucher in bis zu 35 Metern Höhe vor allem den weiten Blick bis hinüber zur dänischen Insel Møn. Mit der Wittower Fähre kurz auf die Hauptinsel übergesetzt, erreichen Reisende im Nu auch die Inselhauptstadt Bergen. Hier lockt vor allem der Ernst-Moritz-Arndt-Turm mit einer herrlichen 360°-Aussicht über die Insel. Nur wenige Kilometer südlich erstreckt sich mit Putbus die „weiße Perle Rügens“. 1810 durch Wilhelm Malte I. Fürst zu Putbus gegründet, zeichnet sich Putbus vor allem durch sein im klassizistischen Stil gehaltenen und mit weißen Fassaden bestechendes Stadtbild aus. In vollkommender Linearität wurde hier die Alleenstraße entlang des Schlosses und des Schlossparks angelegt. Sie verbindet den größten einheitlich ausgeführten Rondellplatz Deutschlands, den historischen Kreisverkehr Circus, mit dem oval geformten Marktplatz. Nur wenige Jahrzehnte nach der Gründung Putbus` entsteht entlang der Ostküste ein weiteres architektonische Kleinod der Insel: die Bäderarchitektur Rügens. Sowohl in Binz und Sellin als auch in Sassnitz werden im Zuge des zunehmenden Badetourismus` an der Ostsee nicht nur die berühmten Seebrücken errichtet, sondern auch die Hausfassaden mit verspielten Verandenkonstruktionen verschönert. Das Besondere dabei: In den weißen, holzgeschnitzten Ornamenten findet sich ein anmutiger Mix verschiedenster Stilepochen, die von barocken und klassizistischen Elementen bis hin zum Jugendstil reichen. Nach all diesen leuchtend weißen „Inselperlen“ lässt sich der ereignisreiche Urlaubstag mit einer Seeräubergeschichte spannend beschließen. Dazu fahren Reisende einfach zur Naturbühne nach Ralswiek. Seit 1993 werden hier direkt am Jasmunder Bodden die abenteuerlichen „Störtebeker-Festspiele“ aufgeführt.

Gastautor: Daniela Fehrenbacher