Skiurlaub in der Schweiz – Wo sich der Himmel zum Greifen nah scheint

Historischer Dorfkern in den Schweizer AlpenNein, es ist keine Puderzuckerschicht und auch kein weißer Schleier, der die alpine Bergkulisse der Schweizer Alpen sanft umhüllt. Vielmehr türmt sich hier der Schnee meterhoch auf, um schließlich alles unter sich zu begraben: Ob knorrige Latschenkiefern, windschiefe Heustadel oder glitzernde Bergseen, der Schnee übernimmt zwischen Wallis, Graubünden und Berner Oberland eindeutig die Hauptrolle im Winter. Beste Voraussetzungen also für einen unvergesslichen Skiurlaub im Schnee-Dorado der Schweiz? Aber ja! Doch wo befinden sich die schönsten Skigebiete der Schweiz? Welche Winterattraktionen sollten Schneefans nicht verpassen? Und wo scheint der Himmel zum Greifen nah?

Graubünden – Mehr als Promi-Hot-Spot und Jetset-Treffpunkt

Two girls on ski near cable railway on winter sport resort in sw Eigentlich geht alles auf eine Wette des Wirts Johannes Badrutt zurück, der 1864 mit ein paar Wandertouristen aus England wettete, dass der Winter in St. Moritz mindestens genauso schön sei als der Bergsommer. Wettfreudig, wie die Engländer nun einmal sind, gingen sie darauf ein und verbrachten schließlich hellauf begeistert ganze drei schneeweiße Wintermonate in den Bündner Alpen. Noch heute wird am Gründungsort des Schweizer Wintertourismus das Hotel Badrutt geführt, doch ganz im edlen Stil der Jetset-Location unter dem Namen „Badrutt`s Palace“. Während sich hier am St. Moritzersee die Schönen und Reichen aus aller Welt gerne ein Stelldichein bei Prada, Gucci und Co auf der Via Serlas geben, erahnen Schneeliebhaber auf den benachbarten Pisten von Davos, Arosa und Laax, warum die Engländer schon vor 150 Jahren derart vom alpinen Bergwinter begeistert waren. Doch was wäre ein Besuch im Engadin ohne eine Fahrt im berühmtesten Bergzug der Welt, im Glacier Express?

Mit dem Panorama-Express ins Wallis

Der Glacier Express verbindet schon seit 1930 die beiden Wintersportorte St. Moritz im Engadin und Zermatt im Wallis. Für die rund 300 Kilometer lange Bahnstrecke benötigt der als langsamster Schnellzug der Welt bekannte „Gletscher Express“ rund siebeneinhalb Stunden. Dabei passiert er nicht nur 291 schwindelerregende Viadukte und 91 kurvenreiche Tunnel, sondern quert auch den 2033 Meter hohen Oberalppass. Dennoch kann die Fahrt durch den grandiosen Gipfelreigen der Viertausender nicht auf den atemberaubenden Anblick des markantesten aller Alpengipfel vorbereiten, das 4.478 Meter hohe Matterhorn. Dieses reckt seine steilen Dreiecksflanken derart verwegen in den Himmel, als ob es mit ihm verschmelzen möchte. Da überrascht es auch nicht, dass sich hier mit der 21 Kilometer langen Matterhorn-Skipiste die längste Abfahrt der Alpen erstreckt. Gepaart mit der Tatsache, dass Zermatt mit mehr als 300 Sonnenstunden pro Jahr der sonnenverwöhnteste Wintersportort der Schweiz ist, lässt es sich hier in der Gipfelkulisse von 38 Viertausender einfach nur unvergessliche Skitage erleben. Doch auch wenige hundert Kilometer weiter nördlich lockt ein weltberühmter Alpengipfel zum ausgiebigen Wedeln und Schweifen, das Jungfraujoch mit der legendären Eiger-Nordwand!

Berner Oberland – Reise zu Europas höchst gelegenem Bahnhof

Auf einer Höhe von 3.454 Metern erstreckt sich unter dicken Felswänden verborgen Europas höchst gelegener Bahnhof, der lediglich 17 Meter unterm Gipfel errichtete Tunnelbahnhof „Jungfraujoch“. Während hier die Gäste im Inneren des Berges ankommen und auf einer Felsterrasse das einzigartige Panorama über das Berner Oberland und den größten Gletscher Europas, den Aletsch-Gletscher, genießen, schnauft im Hintergrund die 1912 errichtete Schmalspurbahn wieder hinunter ins Tal. Dabei überwindet sie auf lediglich 9,34 Kilometern eine Höhe von knapp 1.400 Metern und macht unterwegs auch am Eigergletscher sowie am Skigebiet Kleine Scheidegg Halt. Von hier aus genießen Wintersportler zudem beste Anbindungen an die benachbarten Pisten von Grindelwald-First und Mürren-Schlitthorn. Diese sind dank ihrer Funparks nicht nur bei Boardern sehr beliebt sind, sondern mit mehr als 70 Rodelbahnen ziehen sie auch Familien ganz in ihren Bann.

Gastautor: Daniela Fehrenbacher