Silvesterpfad in Wien: Wenn die Pummerin das neue Jahr einläutet

Feuerwerk über Wien

Feuerwerk über Wien

10 Locations, 60 Gastronomen und 600.000 Besucher, das sind die Eckdaten der größten Open-Air-Silvesterparty Europas. Auch in diesem Jahr wird an den Ufern der Donau die erste Jännernacht ausgiebig gefeiert. Dabei geben sich zwischen Hofburg und Prater traditionell Künstler aus aller Welt ein Stelldichein und eröffnen am 31. Dezember pünktlich um 14 Uhr den 27. Silvesterpfad mit einem breit gefächerten Potpourri an Events. Erst zehn Stunden später kehrt vorübergehend wieder Ruhe im 1. Bezirk ein. Denn dann ertönt pünktlich zu Mitternacht der helle Klang der „Pummerin“ aus dem Stephansdom. Erst jetzt sind sich Einheimische und Gäste ganz sicher: das Jahr 2017 hat begonnen!

Silvesterpfad – Eine Wiener Erfolgsgeschichte

Eigentlich sollte der erste Silvesterpfad nur dazu dienen, den Wintertourismus in der österreichischen Hauptstadt ein wenig zu beleben. Doch 1990/91 fanden immerhin gleich mehrere zehntausend Besucher den Weg in den 1. Bezirk. Sieben Jahre später zählte der Silvesterpfad schon rund 600.000 Feiernde. Das waren deutlich mehr Besucher als zur gleichen Zeit auf der Champs-Elysée oder am Brandenburger Tor. Seither wuchs die beliebteste Silvesterparty Österreichs kontinuierlich und erlebte zum Jahreswechsel 2012/13 mit mehr als 800.000 Besuchern ihren vorläufigen Höhepunkt. Damit gilt der Wiener Silvesterpfad als größte Freiluft-Silvesterveranstaltung Europas und lockt jedes Jahr durchschnittlich 600.000 Silvesterfans an die Donau. Neben der außergewöhnlichen Vielfalt an musikalischen, kulturellen und gastronomischen Erlebnissen gilt vor allem das musiksynchrone Mitternachtsfeuerwerk als grandioser Höhepunkt. Doch der Silvesterpfad überrascht auch immer wieder mit besonderen Aktionen, wie zum Beispiel mit dem „Handy-Feuerwerk“-Weltrekordversuch 2015/16 oder mit dem Ausschank von blauem Sekt anlässlich des österreichischen EU-Beitritts 1994/95.

Silvesterpfad-Programm 2016/2017

Ein Blick auf den Wiener Stadtplan verrät: die Silvesterpfad-Locations liegen dicht beieinander im 1. Bezirk der Donaustadt. Lediglich der Riesenradplatz auf dem Prater erstreckt sich als Silvesterpfad-Außenstelle nördlich der Donau im 2. Bezirk. Hier genießen Besucher dank des Mitternachtsfeuerwerkes ein exklusiv-funkelndes Riesenradpanorama und so manchen internationalen Show-Act. Zur selben Zeit avanciert die Innenstadt hingegen zur langen Festmeile. Beginnend am Rathausplatz, wo Pop-Bands auftreten und das musiksynchrone Feuerwerk traditionell nach dem 12. Schlag der Pummerin gezündet wird, führt der Silvesterpfad in einem großen Bogen über Freyung und Stephansplatz bis hinüber zum Herbert-von-Karajan-Platz. Unterwegs locken in der Löwelstraße Rock- und Soul-Beats, an der Freyung kommen Familien bei Spiel & Spaß mit Schlageruntermalung voll auf ihre Kosten und Am Hof sorgen Funk-Klänge für lässige Atmosphäre. Tanzlustige treffen sich hingegen lieber im Graben, der sich in der letzten Nacht des Jahres in den größten Freiluft-Ballsaal der Welt verwandelt. Dabei drehen sich die Tanzpaare unter riesigen, schwebenden Kronleuchtern zu klassischer Musik. Aber auch am Stephansplatz wird getanzt. Lediglich zur Übertragung der Jahresabschlussandacht aus dem Stephansdom steht das Tanzbein einmal kurz still. Auf dem Kärnter Platz heizen hingegen DJs aus aller Welt ihrem Publikum kräftig ein, während ein paar Meter das Pflaster des Neuen Markts ausschließlich österreichischen Newcomer-Bands vorbehalten bleibt. Von Rock und Punk bis Pop und Schlager, der abwechslungsreiche Musik-Mix nationaler Künstler begeistert Groß und Klein immer wieder. Beste Stimmung herrscht zudem am Maria-Theresia-Platz, der ab 14 Uhr mit einer großen Karaoke-Party den Silvesterpfad eröffnet. Das absolute Highlight für Klassikliebhaber bildet jedoch immer noch die Liveübertragung der „Fledermaus“ aus der Wiener Staatsoper auf dem Karajan-Platz. Stimmungsvoller kann eine Freiluft-Silvesterparty kaum sein.

Gastautor: Daniela Fehrenbacher