Nordirland erleben: Zwischen Großstadttreiben und Naturschauspielen

Die Küste von Irland © Robert Fudali - Fotolia

Die Küste von Irland © Robert Fudali – Fotolia

Politisch zu Großbritannien gehörend, ist Nordirland Teil der Common Travel Area, der gemeinsamen Reisezone von Nordirland und Irland. Grenzkontrollen werden daher nicht mehr durchgeführt, sodass sich Reisende ungehindert dies- und jenseits der Ländergrenzen bewegen. Dabei bildet nicht nur die pulsierende Großstadt Belfast einen Anziehungspunkt, sondern auch die einzigartigen Naturschauspiele entlang der irischen Küste.

Belfast: Von George Best zur Titanic

Es gibt zwei Dinge, auf welche die Belfaster noch stolzer sind als auf ein Glas Bier in The Crown Pub: ihren Nationalfußballer George Best und die Titanic. Wurde ersterer 1946 hier geboren, so lief die Titanic schon am 31. Mai 1911 vom Stapel der Harland & Wolff Werft im Belfaster Hafen. Das Geschäft mit Stadtführungen zu bekannten Orten, wie dem Titanic Quarter mit dem Titanic Museum und George Bests Geburtshaus, blüht und es wird entsprechend investiert: So öffnet im Sommer 2018 das George Best Hotel in der Great Victoria Street und der neu eingerichtete George Best Footpath führt zu den Bolzplätzen, auf denen sich George Best zum Nationalidol entwickele. Das idyllisch in den Botanischen Gärten gelegene Ulster Museum gibt hingegen Einblicke in die bewegte Landesgeschichte. Wer nun Natur sucht, der nimmt die M 1 in Richtung Süden.

Castle Ward und die Fantasiewelt von Game of Thrones

Fans der Fantasy-Serie wissen längst, dass im imposanten Castle Ward zahlreiche Folgen der Fantasy-Reihe Game of Thrones gedreht wurden. Dabei nimmt der historische Bauernhof  Winterfell Archery Range eine Hauptrolle ein, denn hier übten sich die wackeren Film-Kämpfer im Bogenschießen. Wer dies nachempfinden möchte, der kann an Fahrraderlebnistouren teilnehmen – Bogenschießen natürlich inklusive. Es gibt aber auch mittelalterliche Segeltörns direkt zu Nordirlands Naturschauspiel Nr. 1: Giant`s Causeway. Rund 40.000 Basaltsäulen ragen hier bis zu 12 Meter aus der Erde und kreieren eine beeindruckende Küstenlinie. Der Legende nach stellen sie ein Überbleibsel des einst mächtigen Damms dar, den der Riese Fionn zwischen Irland und Schottland gebaut hatte, um seinen schottischen Widersacher Benandonner zu besiegen.

Bushmills: Wo nordirische Whiskey-Tradition auf Weltliteratur trifft

Gerade einmal 1.300 Einwohner zählt das Küstenstädtchen im Norden Nordirlands. Dennoch ist es weltberühmt – zumindest unter Literaturliebhabern und Whiskeykennern. Dafür sorgt einerseits die 1608 gegründete und damit eine der ältesten Whiskey-Brennereien der Welt, The Old Bushmills Distillery. Andererseits haben sich im traditionsreichen Bushmills Inn schon die Autoren Oscar Wilde und James Joyce von der natürlichen Schönheit der nordirischen Küste inspirieren lassen und sich abends auch sicherlich gerne einmal in der hoteleigenen „geheimen Bibliothek“ der Whiskey-Verkostung hingegeben. So oder so, in Bushmills wartet noch eine weitere Erlebenswürdigkeit: Carrick-a-Rede, der Fels im Weg. Bei Ballintoy gelegen, ist die Insel nur über eine schwankende und rund 30 Meter hohe Hängebrücke zu erreichen. Schon seit 350 Jahren dient die Konstruktion den örtlichen Fischern, um zu einem der größten Lachs-Laichgebiete des Nordmeers zu gelangen. Heute ist der Fels ein genauso beliebter Aussichtspunkt für Touristen, wie Slieve League in Donegal.

Auf Pilgerpfaden: Slieve League und das St. Patrick`s Purgatory

Mit einer Höhe von 601 Metern zählen die Slieve League, die Steinberge, zwar bestimmt zu den höchsten Klippen Europas. Doch der Preikestolen in Norwegen ist zum Beispiel noch 3 Meter höher. Trotzdem lohnt sich die Wanderung auf Pilgrim`s Pass, einem alten Pilgerpfad, der Slieve League einst mit St. Patrick`s Purgatory (Fegefeuer) auf Station Island im Lough Derg verband. Bis heute bewacht die beeindruckende St. Patrick`s Basilica den seit 1632 verschlossenen Eingang zur Hölle.


Gastautor: Daniela Fehrenbacher