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Holland Rezepte: Kulinarische Herbstfreuden in Holland

Holland Rezepte. Broedjes - typischer Lunch in NL

Broedjes – typischer Lunch in NL

Holland Rezepte: Typische holländische Herbstküche. Wenn im Westland die Holland-Tomaten reif, in Gelderland die Obsternte startet und in Nord-Holland die Amsterdamer uien (Zwiebeln) aus der Erde geholt werden, dann beginnt auch in den Niederlanden die Zeit der kulinarischen Hochgenüsse.

Wer sich daher zwischen September und Oktober einmal auf den Weg an die niederländische Nordsee macht, der wird über das bunte Angebot an frischen Leckereien erstaunt sein. Denn eigentlich sind die Niederländer ja berühmt für ihre kalorienreichen Verführungen à la Frikandel, Hagelslag oder Krentebollen.

Doch gerade die frische holländische Herbstküche überrascht mit gesunden Zutaten und so mancher schmackhaften Vitaminbombe – also genau das Richtige, um sich gegen einen langen kalten Winter zu wappnen! Hier sind die typischen Holland Rezepte.

Typische Herbstküche Hollands

Erbsensuppe

Auf Platz Nummer 1 der beliebtesten holländischen Herbstgerichte steht traditionell die Erwtensoep (Erbsensuppe). Diese schmeckt am besten, wenn sie aus Spliterwten (Schälerbsen) zubereitet und mit herzhafter Rookworst serviert wird. Moderne Varianten werden aber auch gerne mit Lachs- oder Rindfleisch-Stückchen garniert. Die original holländische Erbsensuppe ist sehr nahrhaft und daher eine ideale Stärkung nach der herbstlichen Radtour.

Grünkohleintopf

Eine weitere Herbstspezialität der Niederländer bildet der Stampot Boerenkool (Grünkohleintopf). Dieser wird nach dem ersten Frost geerntet und zusammen mit Kartoffeln zu einem Brei zerkocht. Dazu wird ebenfalls die beliebte Rookworst oder auch die etwas seltenere Verse Worst (eine Art Bratwurst) gereicht. Da der Grünkohl über mehr als 10 Vitamine verfügt, war er schon in früheren Jahrhunderten ein wichtiger Vitaminlieferant für die Bevölkerung im Norden Europas. Insofern überrascht es nicht, dass ihm zu Ehren auch in Norddeutschland Feste gefeiert, Wettkämpfe veranstaltet (Boßeln, Klootschießen) und sogar Grünkohl-Könige gekürt werden.

Rührtopf

Ebenfalls durch eine breiig-dickflüssige Konsistenz charakterisiert, begeistert der Hutspot (Rührtopf) mit herzhaften Zutaten, wie Bohnen, Speck, Rindfleisch, Möhren, Zwiebeln, Kartoffeln oder Pastinaken. Auch wenn er sehr deftig und bodenständig erscheint, stammt das Rezept nicht etwa aus der niederländischen Bauernküche, sondern vielmehr von den Spaniern. Der Hutspot-Legende nach sollen diese 1574 die Stadt Leiden fluchtartig verlassen und dabei auch den nahrhaften Gemüseeintopf zurückgelassen haben. Bis heute kommt im Gedenken an den Abzug der Spanier der Hutspot traditionell am 3. Oktober auf den Tisch der Leidener.

Weinlese in Holland?

Ja, das gibt`s! Und zwar vor allem in der Region rund um das einzige niederländische Weindorf Wahlwiller. Lediglich ein paar Kilometer von der deutschen und belgischen Grenze entfernt, gedeiht hier auf altem Kulturland seit rund 35 Jahren so mancher edle Tropfen. Doch die Weinbautradition im Süden der Provinz Limburg blickt eigentlich auf eine viel längere Tradition zurück.

Denn schon seit dem Spätmittelalter wurden das milde Mikroklima und die fruchtbaren Böden des südlichen Hollands für den Anbau von Weinen erfolgreich genutzt. Erst in den Wirren der napoleonischen Besatzungsjahre lagen viele Weinberge brach und wurden schließlich in ertragreichere Apfel- und Birnenplantagen umgewandelt.

Doch seit den 1980ern beleben die Südlimburger ihre Weinbautradition mit großem Engagement wieder und erzeugen hier inzwischen international anerkannte Weißweine. Weinliebhaber zieht es daher vor allem in den Herbstmonaten nach Wahlwiller, Maastricht oder Ubachtsberg, wo sich die bekannten Weingüter Wittemer, Apostelhoeve und Fromberg befinden und zu gemütlichen Weindegustationen einladen.

Dabei erfahren Hobbyönologen nicht nur Interessantes zu den Besonderheiten des niederländischen Weinbaus, sondern auch so manche amüsante Anekdote aus der außergewöhnlichen Weinbautradition Limburgs.

Gastautor: Daniela Fehrenbacher

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