Drei gute Gründe, um nach St. Jean-de-Luz zu reisen

St Jean de Luz in Frankreich

St Jean de Luz in Frankreich

Braucht es eigentlich 3 gute Gründe, um nach Saint-Jean-de-Luz zu reisen? Zumindest ist das internationale Touristikportal des kleinen Fischerdorfes am Fuße der Pyrenäen dieser Meinung. Doch eigentlich man muss keine guten Gründe finden, um hier vorbeizuschauen. Denn Saint-Jean-de-Luz ist ohnehin für viele Urlauber das schönste Badereiseziel Frankreichs. Warum? Weil sich hier einfach jeder wohlfühlt: Vom naturliebenden Wanderer über den wellenhungrigen Surfer bis hin zur erlebnisorientierten Großfamilie, St. Jean hält einfach für jeden etwas bereit!

Vielfalt auf kleinstem Raum

St. Jean-de-Luz ist ein Ort, an welchem Wildpferde auf 900 Höhenmetern am aussichtsreichen Col de Saint-Ignace grasen, Wellen sich zwei Kilometer vor der wuchtigen Hafenmauer zu den höchsten des Atlantiks auftürmen und eine Vielzahl an Stränden goldgelbe Sicheln vor das Azurblau des Atlantiks zaubern. Doch nicht nur naturräumlich ist St. Jean eine ideale Urlaubskulisse, sondern auch kulturell. Da fallen dem Betrachter zunächst die imposanten Art déco Villen entlang der Strandpromenade auf, die unter ihren riesigen quadratischen Satteldächern verspielte Fachwerkfassaden zur Schau tragen. In der Altstadt strahlen hingegen altehrwürdige Wohnhäuser mit ihren bunten Fensterläden gemütliches Flair aus. Betonburgen sind hier genauso wenig anzutreffen wie Liegenwüsten am Strand. Vielmehr zeichnet sich das Urlaubsleben á la Saint Jean als sehr lässig, individuell und familiär aus – und zwar schon immer. Denn der Blick auf historische Postkarten beweist: Saint Jean-de-Luz hat sich in all den Jahrzehnten als beliebtes Seebad seinen besonderen Charme erhalten und sich dem modernen Tourismusbauboom in den 1960ern erfolgreich entzogen.

Ein Ort, so wie Saint Jean

Ein besonderer Ort in St. Jean de Luz ist die große Markthalle. Hier geben sich Einheimische und Gäste gleichermaßen gerne ein Stelldichein und stöbern zwischen fangfrischem Atlantikfisch, blühenden Thymiansträuchern, würzigen Käselaiben, smaragdgrünen Bordeaux-Flaschen und runden Tartes nach den lokalen Spezialitäten. Diese wandern dann in Form einer runden Schachtel Macarons aus der örtlichen Keksmanufaktur Maison Adam, als honiggelbe Mouchons oder auch als tiefbraune Kanouga-Pralinées aus der benachbarten Chocolaterie Paries sofort in den Einkaufskorb. Kein Wunder, dass hier jeder mit vollen Taschen wieder herauskommt. Mit vollen Taschen kam aber auch einst der Sonnenkönig höchstselbst nach Saint Jean. Damals schrieb man das Jahr 1660 und Louis XIV reiste der spanischen Infantin Maria Theresia entgegen, um sie in der kleinen Kirche Saint-Jean Baptiste zu heiraten. Das Haus, in welchem sich der damals 22-jährige Sonnenkönig auf seine Hochzeit vorbereitete, gehört immer noch derselben Familie, die es zum Museum umgebaut hat.

Gelebte Kultur des Baskenlandes

Zur kulturellen Identität des Fischerdorfes gehört aber auch die Sprache, Tradition und Küche des benachbarten Baskenlandes. Als Teil der Côte Basque ist St. Jean de Luz bis heute stark durch die baskische Lebensart geprägt. Die meisten Geschäfte und Unternehmen werden daher schon seit Jahrhunderten von alteingesessenen Familien geführt. Für den aufmerksamen Gast bedeutet dies, dass er in kleinen, familiären Hotels übernachtet, in heimeligen Restaurants feinste baskische Speisen genießt und bei Händlern einkauft, deren Ladenlokale schon zur Institution geworden sind. Strände, Gastronomie, baskische Kultur? Waren das nicht die 3 Gründe, warum man nach Saint Jean de Luz reisen sollte? Irgendwie haben die Touristiker ja doch Recht…