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Der Berg ruft – das Kehlsteinhaus in Berchtesgaden

Königssee

Wallfahrtskirche St. Bartholomä am Königssee, Bayern (© Henry Czauderna – Fotolia.com)

„Der Watzmann ruft…“ alle, die nach Berchtesgaden kommen. Alle? Nicht nur, denn mit dem Kehlsteinhaus, dem Berggasthaus auf dem Göll-Gipfel, gibt es noch mindestens ein weiteres Highlight im Berchtesgadener Land, das man keinesfalls verpassen sollte.

Von Hitlers Bergquartier zum Berggasthof des Deutschen Alpenvereins

Die Erbauung des Kehlsteinhauses fällt mit der Zeitspanne zwischen 1937 und 1938 auf das wohl dunkelste Kapitel deutscher Geschichte zurück. In der Tat waren es die Nationalsozialisten, die sich auf dem Gipfel des Göll-Massivs ein repräsentatives Gebäude errichten ließen. Damit konnten sie hervorragend der Welt gegenüber ihre Macht demonstrieren, denn bei dem Kehlsteinhaus handelt es sich nicht um eine der üblichen kleineren Berghütten, sondern um ein stattliches Gebäude in gut 1800 Metern Höhe, das als Quartier innerhalb des sogenannten „Führersperrgebiets“ von Adolf Hitler und seinem engsten Kreis für Zusammenkünfte genutzt wurde. Alleine die logistische Leistung, die aufgebracht werden musste, um den Bau durchzuführen, war enorm und galt Hitlers Regime als Zeugnis für deutsche Ingenieurskunst. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs, zu Beginn der 1950er Jahre, übernahm der Freistaat Bayern die Verwaltung über die Kehlsteinstraße sowie das Kehlsteinhaus, das beinahe im Zuge der allgemeinen Entnazifizierung gesprengt worden wäre, und verpachtete den Berggasthof 1952 an den Deutschen Alpenverein. Heute gilt das bei dem Amerikanern vor allem als „Eagle’s Nest“ bekannte Kehlsteinhaus als Touristenmagnet, vor allem, weil man von seiner Höhe aus einen wunderschönen Rundumblick über das Berchtesgadener Land genießen kann.

Einzigartig: Der Lift durch das Bergmassiv nach oben

Wer einen Rundumblick genießen will, kann sich über Berchtesgaden360.de mit der 360-Grad-Cam das gesamte Alpenpanorama vom Kehlsteinhaus aus auf den Bildschirm holen. Manchmal ist ein Live-Blick allerdings auch nicht zu verachten. Wer die Absicht hat, selbst vor Ort die unglaubliche Aussicht zu erleben, kommt um einen Aufstieg zum Kehlsteinhaus über einen schmalen Fußweg nicht herum. Für Wanderfreunde und Sportliche ist es ein Hochgenuss, selbst aufzusteigen und später mit einer traumhaften Aussicht belohnt zu werden, neben den kulinarischen Genüssen des Kehlsteinhauses. Doch auch nicht ganz so rüstigen Menschen soll der Zugang zum Berggasthaus ermöglicht werden: Sie nehmen einfach den Lift nach oben? Wer sich jetzt überlegt, ob er richtig gelesen hat: Ja, mit dem Lift. Durch das Alpenmassiv steil nach oben wurde ein Liftschacht gebaut, in dem nun ein Aufzug nach oben führt. Während horizontale Tunnel durch Bergmassive hindurch von einer Seite zur anderen führen, führt der Aufzug hier gerade nach oben bis in 1800 Metern Höhe – direkt zum Gasthaus auf dem Gipfel. Man kennt Seilbahnen und Gondeln, die nach oben führen. Ein Aufzug jedoch ist wirklich bemerkenswert.

Bayerische Traditionsgastronomie mit Panoramablick

Oben erwarten den Besucher in der barrierefreien Gaststätte bayerische Spezialitäten, von der rustikalen Brotzeit über warme Gerichte bis hin zu Desserts, Eis und Kuchen. Der Panoramablick führt das Auge bei gutem Wetter bis zu 200 Kilometer weit über die bayerischen Alpen und das Berchtesgadener Land. Kein Wunder, dass so viele das Eagle’s Nest als unbedingtes Must-see auf ihrem Programm stehen haben. Wer einmal oben war und rundum blickte, wird diese Eindrücke niemals vergessen.