FUR-Reiseanalyse 2016/2017: Wohin bewegt sich der Reisemarkt?

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Die Internationale Tourismusbörse in Berlin hat gerade erst ihre Pforten geschlossen und schon hat auch die Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen e. V. (FUR) ihre jährliche Analyse des Reisemarktes veröffentlicht. Dabei steht zwar fest, dass die Terrorgefahr die Reiseplanung der Deutschen maßgeblich beeinflusst, doch im Gegensatz zum Vorjahrestrend verspürt die Mehrheit der Reisenden wieder eine zunehmende Lust auf Auslands- und Fernreisen. Aber auch Reiseziele vor der europäischen Haustür gehören weiterhin zu den Gewinnern des Reisejahres 2016/2017.

Zahlen rund um die Reisetrends 2016/2017

Aus Angst vor Angriffen oder Attentaten möchten lediglich 12 % der Befragten in diesem Jahr komplett auf ihren Urlaub verzichten. Immerhin 18 % betonen, dass sie aufgrund der Terrorgefahr ihr eigentlich bevorzugtes Reiseziel auch 2016/2017 nicht besuchen werden. Die Reiselust ist also trotzdem weiterhin stark ausgeprägt (2016: 70 % / 2017: 69 %) und sucht sich daher alternative Reiseziele für den Urlaub 2016/2017.

EU-Reiseziele 2016/2017: Mit Sicherheit ins Buchungsplus?

An der Spitze der Top 10 Auslandsreisedestinationen katapultiert sich auch 2016/2017 wieder Spanien. Mit ihren traditionellen Reisedestinationen Kanarische Inseln, Balearen, Costa del Sol, Costa Brava und Costa Blanca bildet die Iberische Halbinsel für 14,8 % der Befragten das bevorzugte Urlaubsreiseziel 2016/2017. Punkten kann aber auch Italien, das 2016/2017 von 8,2 % als Top-Reiseziel genannt wird. Doch auch trotz politischer Krisen zieht es in diesem Jahr noch 5,6 % der Reisenden aus Deutschland wieder an den Bosporus. Damit landet das Reiseland Türkei immerhin auf Platz 3 der beliebtesten deutschen Auslandsreisedestinationen 2016/2017. Mit einem deutlichen Plus kann hingegen Österreich im Reisejahr 2016/2017 aufwarten, denn hier werden 4,6 % ihren Urlaub verbringen.

Fernreiseboom setzt sich auch 2016/2017 fort

8 % aller Urlaubsreisen werden 2016/2017 in die Ferne führen. Das sind rund 5,3 Millionen Reisen. Dabei reisen 9 % bevorzugt nach Südamerika, aber auch Kanada (21 %) und die Karibikstaaten (16 %) stehen als amerikanische Fernreiseziele hoch im Kurs. Doch die östliche Hemisphäre holt auf und steigert 2016/2017 ihre Attraktivität als Fernreiseziel weiter: So verbringen 23 % ihren Urlaub in den Staaten Südostasiens, 8 % buchen eine Fernreise an den Indischen Ozean und jeweils 4 % wollen nach China und Australien reisen. Mit 9 % bleibt die Nachfrage nach Afrikareisen hingegen weitgehend stabil. Dabei spielen Reiseziele in Nordafrika und im Süden des Kontinents eine übergeordnete Rolle.

Deutschland als Reiseziel 2016/2017

Der Urlaub in Deutschland bleibt zwar auch im Reisejahr 2016/2017 ein Klassiker, doch geht der Trend hier eindeutig zum Kurzaufenthalt und zur Städtereise. Von 80,5 Millionen Kurzurlaubsreisen führen in 2016/2017 immerhin 75 % ins deutsche Inland. Als beliebteste Inlandsurlaubsziele 2016/2017 haben sich Bayern und Nordrhein-Westfalen Rang 1 und 2 gesichert. Unter den Städten bleibt die Anziehungskraft von Berlin, Hamburg, München, Köln und Dresden weiterhin ungebrochen. Doch auch der Jahresurlaub wird gerne vor der heimischen Haustür verbracht. So buchen die Deutschen 2016/2017 ihren Urlaub mit mindestens 5 Tagen Aufenthalt bevorzugt in Mecklenburg-Vorpommern (5,6 %) und in Bayern (5,5 %). Aber auch Niedersachsen und Schleswig-Holstein liegen mit ihren Reisedestinationen entlang der deutschen Nordseeküste voll im Trend und kommen auf jeweils 4,2 % Anteil an allen Inlandsreisen ab 5 Tagen in 2016/2017.

Gastautor: Daniela Fehrenbacher

Veröffentlicht in Reisemarkt