Authentisches Italien: Ein Besuch in den Marken

Mountain bike ParcoSibillini

Mountain bike ParcoSibillini

Beim Anblick der idyllischen Dörfer, die sich dicht um runde Hügelkuppen schmiegen und deren Silhouette in schlanken, ockerfarbenen Kirchtürmen münden, macht sich Nostalgie breit: Radelt da nicht Don Camillo mit wehendem Priesterrock die Serpentinen herunter? Und ist da am Weinberg nicht Adriano Celentano als raubeiniger Winzer unterwegs? Es sind die Marken, die zwar toskanisch anmuten, aber auf eine ganz urtümliche Weise. So fällt es dem aufmerksamen Reisenden beim Anblick dieses noch ruhigen und ursprünglichen Landstrichs nicht schwer, sich in längst vergangene Hochzeiten der italienischen Filmkomödie hineinzuversetzen – und das macht gerade zu Fuß oder mit dem Fahrrad auch richtig viel Spaß!

Die Marken per pedes

Als blühende Hügellandschaft zwischen Adria und Apennin gelegen, laden die Marken nicht nur geografisch zum Wandern ein, sondern auch mit wunderbaren Wanderpfaden. Dabei präsentiert sich gerade die Grenzregion zur Toskana und zu Umbrien als kleines, noch wenig frequentiertes Wanderparadies. Hier locken die auf 2.500 Meter ansteigenden Monti Sibillini mit eindrucksvollen Aussichten auf Bergkuppen, Weideland und Wälder. Ab Mai erblühen die Bergwiesen in einem Farbenmeer, während die Gipfelregionen meist erst ab Juni für Wandertouren zu empfehlen sind. Als bekanntester Wanderpfad der Marken gilt der Grande Anello die Sibillini, ein italienischer Fernwanderweg, der in 8 Tagesetappen einmal rund ums Gebirge führt.

Die Marken per velo

Mit ihren Schotterwegen, Bergpfaden und Küstenstraßen sind die Marken auch bei Renn-, Genuss- und Mountainbike-Radlern eine gefragte Destination. Insbesondere die „dolce collini“, die „süßen Hügel“ von Marcabella bilden einen Anziehungspunkt für Radler; eröffnen doch ihre unzähligen, sanften An- und Abstiege immer wieder eindrucksvolle Aussichten auf die Adria, die Berge und die Felder. Dazwischen laden pittoreske Renaissancestädtchen, wie Urbino, zum Verweilen und Staunen ein. Denn in fast jeder markischen Gemeinde lassen sich alte Handwerkstraditionen, wie die Majolika aus Urbino, die Schuhe aus Macerata oder die Verdicchio-Weine aus Jesi, entdecken. Entlang der Küste führen flache, asphaltierte Wege von Fischerdorf zu Fischerstadt und schließlich bis in die Provinzhauptstadt Ancona.

Ancona: Wo das Meer auf heilsame Thermalquellen trifft

Ancona-Anziani

Die Stadt Ancona ist mit 100.000 Einwohnern nicht nur die größte Stadt der Region Marken, sondern auch ein touristisches Zentrum. Neben der bis zur Antike zurückreichenden Siedlungsgeschichte der Hafenstadt bilden die Thermen in der Region ein Highlight für Wellnessreisende. So locken die Thermen von San Vittore delle Chiuse mit Schlammpackungen, Bädern und Massagen zum erholsamen Urlaub zu Füßen der Schlucht von Frassasi und der romanischen Abtei S. Vittore. In den vier Quellen von Aspio sprudelt hingegen salz-, brom- und jodhaltiges Wasser hervor und machte das Städtchen schon unter den Römern zu einem gefragten Heilbad. Wer jetzt noch nicht genug Wellness erlebt hat, der macht sich vielleicht noch auf den Weg nach Fano, wo in den Thermen von Carignano nicht nur entschlackt werden kann, sondern die Luft auch vom würzigen Baumharzduft des umliegenden dichten, alten Fichtenwaldes angereichert ist.


Gastautor: Daniela Fehrenbacher